Dioxin

WIKIPEDIA:

„Als Kieselrot bezeichnet man eine rote Schlacke, die bei einem während des Zweiten Weltkriegs angewandten Röstreduktionsverfahren zur Kupfergewinnung anfiel. In Deutschland wurde sie in den 1950er und 1960er Jahren vor allem als Belag für Sportplätze verwendet. Die Dioxin-Belastung von Kieselrot wurde erst 1991 entdeckt. In der Folge wurden zahlreiche Spiel- und Sportplätze gesperrt und saniert. Kieselrot enthält ein typisches Dioxinmuster, in dem hochchlorierte Dibenzofurane dominieren. Daneben enthält es weitere hochchlorierte Verbindungen wie Hexachlorbenzol und polychlorierte Biphenyle.“

Historie: Kieselrot in Marsberg

Im Jahr 1991 wurden im Rahmen von Untersuchungen an Spiel- und Sportplätzen in Tennenbelägen von Tennenplätzen Dioxin in teilweise extremer Höhe festgestellt. Hierbei handelte es sich um die rote Schlacke aus dem Tagebau in Marsberg.
Kieselrot, Marsberg

Die ehemalige Stadtberger Kupferhütte liegt in Nordrhein-Westfalen im östlichen Teil des Hochsauerlandes am Ortsrand der Stadt Marsberg. Die sanierten Flächen waren in Niedermarsberg zwischen der Mühlenstraße und dem Bach „Glinde“ auf dem Gelände der ehem. Stadtberger Hütte – auch bekannt als Leuchtenglashütte. Weiterhin wurden in Obermarsberg und auf dem Wulsenberg Kieselrot Konaminationen saniert. Die Sanierungen werden unten dargestellt.

In den Jahren 1937 bis 1945 sind bei der Kupferproduktion der Stadtberger Hütte rotbraune Schlackerückstände angefallen, heute unter dem Namen Kieselrot bekannt. Weiterhin sind bei der damaligen Verhüttung die Rauchgase durch einen unterirdischen Fuchs auf den gegenüber liegenden Berg abgeleitet worden.  Hierdurch ist es dann durch den Flugstaub auf den Wiesen zu einem erheblichen Sterben bei den Tieren im Umfeld der Hütte gekommen.

Die Schlacke war bei der Aufbereitung der sulfidisch gebundenen, kohlenstoffreichen Erze nach demRöstlaugeverfahrenentstanden. Mit diesem damals neuen Verfahren der chlorierenden Röstung war der stillgelegte Kupferbergbau in Marsberg in den Jahren 1936 bis 1945 wieder aufgenommen worden.

Aufgrund seiner gleichförmigen Korngröße und seiner Stabilität wurde die rote Schlacke als Baustoff für die Tennen Beläge von Sportplätzen sowie auf Wegen eingebaut.

Arbeitsbereiche

Während der Projektlaufzeit von 1996 – 2007 wurden von uns die gesamten Dioxin Untersuchungen, die Planung der Sanierung im Tagebau und Wohngebiet und die Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Während der beiden Sanierungen wurde von uns die Bauüberwachung, Sicherheitskoordination und Dokumentation der Sanierungen übernommen.
Die einzelnen Leistungen lassen sich in die folgenden Bereiche aufteilen:

  • Labor- und Technikumsversuche
  • Altlastensanierungen
  • Wasseraufbereitung
  • Oberflächenabdichtung
  • Wiederherstellung
  • Renaturierung
  • Nachsorge

 

Dioxinkonzentrationen

Dioxin steht für folgende chemische Stoffe:

Dioxin_Furan

Im Umfeld des Schornsteins zeigte die Gefährdungsabschätzung, dass im Boden PCDD/F‑Konzentrationen zwischen 20.000 und 733.000 ng ITE/kg anstanden, lokal sogar bis in Tiefen von ca. 5 m PCDD/F-Konzentrationen bis 1.100.000 ng ITE/kg. Oberflächennah lagen die Konzentrationen für Kupfer im Boden zwischen 230 und 7.900 mg/kg und die Konzentration für Zink lag bei max. 21.000 mg/kg.

Im benachbarten Wohngebiet schwankten die Dioxin Belastungen in den oberen 35 cm des Bodens zwischen 1.000 und 290.000 ng I-TE/kg. 

Bei der Sanierung des Fuchses wurde der Flugstaub aus dem gesamten Fuchs am Hang des Wulsenberges ausgebaut (s. Fotos).

Kieselrot_Fuchs   Fuchs                               Stollen_Fässer   Sanierung Fuchs               HSK_0445   Hüttensanierung 

Im Stollen am Fuß des Tagebaus wurde eine kontinuierlich betriebene zweistufige Stollenwasseraufbereitung gebaut. Die Wasseraufbereitung besteht aus zwei Sedimentationsbecken, Prozessleitsteuerung, Hochwasserentlastung, Schlammstapelbehälter und Schlammentsorgung.

HSK_Stollen_013   Wasserreinigung             Bild-41   Schlammstapelbehälter   HSK_Stollen_004   Videoüberwachung

Die Schlacke war bei der Aufbereitung der sulfidisch gebundenen, kohlenstoffreichen Erze nach dem „Röstlaugeverfahren“ entstanden. Mit diesem damals neuen Verfahren der chlorierenden Röstung war der stillgelegte Kupferbergbau in Marsberg in den Jahren 1936 bis 1945 wieder aufgenommen worden.

Aufgrund seiner gleichförmigen Korngröße und seiner Stabilität wurde die rote Schlacke als Baustoff für die Tennen Beläge von Sportplätzen sowie auf Wegen eingebaut.

Kontaminationen in Marsberg

Die Dioxin Konzentrationen im reinen Kieselrot liegen bei ca. 80.000 ng TE/kg TS. Bei verdünntem Kieselrot sind auch Dioxin Konzentrationen bis unter 1.000 ng ITE/kg TS möglich. Bei reinem Kieselrot handelt es sich um homogenes, durch Eisenoxidation rot gefärbtes Material im Korngrößenbereich der Mittel- bis Grobsandfraktion (∅ etwa 0,2 – 2,0 mm). Die Körner sind gleichförmig, gerundet und besitzen eine raue Oberfläche.

Kieselrot_Marsberg   Marsberg im Sauerland  –  Kieselrotablagerungen

Im Flugstaub wurden in Marsberg bei der Sanierung Dioxin Konzentrationen bis ca. 23.000.000 ng ITE/kg TS analysiert und im Sediment des Stollenwassers lag der Dioxingehalt bei 1.550 ng ITE/kg TS. Über das Wasser des Stollens in das Wasser der Glinde ausgetragene Trübstoffe wiesen eine mittlere Konzentration von ca. 300 ng I-TE/l aus.

 

Dioxinsanierung in Marsberg

Aufgrund der unterschiedlichen Schadensbereiche wurde die Altlast in die mehrere Sanierungszonen aufgeteilt und in 2 Phasen saniert:

  • Tagebau
  • Glindegrund
  • Wulsenberg mit Fuchs
  • Umfeld des Schornsteins
  • Wohngebiet
  • Obermarsberg

In der 1. Sanierungsphase wurde in den Jahren 2000 / 2001 die Sanierung des Tagebaus, des Glindegrunds, der Bergstation in Obermarsberg, dem Fuchs und dem Friedrichstollen durchgeführt. Bei der Sanierung des Fuchses wurde der hock konaminierte Flugstaub aus dem gesamten Fuchs am Hang des Wulsenberges und unter der Mühlenstraße ausgebaut.
Bei einem Schurf 0,5 m neben dem Fuchs wurde in 0,25 m unter GOK eine Dioxin Konzentration von 1.300.000 ng I-TE/kg TS und im Bereich des Schornsteins wurde bei oberflächennah anstehenden Staubpartikeln eine Dioxin Konzentration von 3.700.000 ng I-TE/kg TS ermittelt.

In der 2. Sanierungsphase 2004 wurde der Glindegrund und das angrenzende Wohngebiet saniert.
Beim Ausbau des Bodens im Umfeld des Schornsteins wurden im Untergrund mehrere Ziegelbecken gefunden, die hochkontaminierten Flugstaub in pastöser Form
enthielten. In diese Becken soll nach Angaben von Zeitzeugen der Schlamm aus einer Zentrifuge der Rauchgasreinigung eingebracht worden sein. Beim Aushub in einer Teilfläche wurde parallel zum Hüttengebäude ein gemauertes Becken für Flugstaub gefunden. Es enthielt pastösen Filterstaub mit einer rot/braunen/violetten Farbe. Die Dioxin Konzentration des Flugstaubs betrug 3.331.100 ng ITE/kg TS. Die Abmessungen des Beckens betrugen 2,6 m x 9,0 m.

Im Wohngebiet wurde auf einer Fläche von ca. 1.000 m² wurde ein schwermetallhaltiger ockerfarbener pastöser Boden mit einem Arsengehalt von 2.600 mg/kg  angetroffen. Beim „Ocker-Boden“ handelte es sich um Rückstände aus der Wasserreinigung des ehemaligen Hüttenbetriebes. Im Prozesswasser gelöste Schwermetalle, insbesondere Arsen wurden dabei, wie üblich, als Sulfide ausgeflockt. Dabei bildete sich vor allem das Sulfid des dreiwertigen Arsens (Diarsentrisulfid As2S3), dass unter der Bezeichnung „Auripigment“ früher als Malerpigment verwendet wurde und wegen seines goldgelben (namengebenden) Farbtons unverkennbar ist. Die Hauptmatrix der Substanz besteht jedoch aus Eisenoxid bzw. Eisenhydroxid (Goetheit FeO.OH) und bildet ockergelbe Farbkörper (Malerocker, sogen. Amberger Gelb), die je nach Arsengehalt dem Material einen mehr oder weniger goldgelben Farbton aufprägen.

Die Maßnahmenwerte nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes für die direkte Aufnahme von Dioxinen/Furanen auf Kinderspielflächen, in Wohngebieten, Park- und Freizeitanlagen und Industrie- und Gewerbegrundstücken ist in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) festgelegt.

 

Projektmanagement im Projekt Marsberg

Von der DTCOM GmbH (früher FOCON GmbH) wurden folgende Leistungen bei den einzelnen Projekten zur Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Kieselrot und Flugstaub mit hohen Dioxin Konzentrationen in insgesamt 11 Jahren erbracht:

  • Gefährdungsabschätzungen
  • Sanierungskonzepte
  • Sanierungspläne
  • Ausschreibungen
  • Bauüberwachungen
  • Sicherheitskoordination
  • Nachsorge
  • Öffentlichkeitsarbeit

Zu unseren Aufgaben gehörten neben der gutachterlichen und ingenieurtechnischen Begleitung auch die Steuerung der Projekte.

 

 

Dioxinsanierungen

Seit mittlerweile 20 Jahren untersuchen und sanieren wir mit Kieselrot kontaminierte Flächen. Somit haben wir mehr als ca. 80 Dioxinprojekte

in NRW, Niedersachsen und Bremen durchgeführt. Hierzu zählen insbesondere die Sanierung von mit Kieselrot kontaminierte

  • Sportanlagen (Sportplätze, Laufbahnen, Weitsprunganlagen)
  • Bolzplätze
  • Spielplätze
  • Grundstücken und
  • Wege.

Kieselrot, Knopf zu Kieselrot, Knopf zu Marsberg, Kieselrotskandal,o

Hierzu ein Artikel im Spiegel vom 03.06.1991.

Auch die Wiederherstellung und der Neubau nach der Sanierung wird von uns geplant und gemanagt – z.B. Tennen-, Rasen- und Kunstrasenplätze, Spielplätzen, Vereinsheime etc.

Von der Projektstrategie, über die bautechnische Beratung übernehmen wir die präzise Kostenermittlung und Kostensteuerung. Durch Termintreue, Controlling und hohe Flexibilität bei der Planung und Ausführung sichern wir Bauabläufe und Kosten.

 

Dioxin Spezialisten

Mit unserer Erfahrung aus mittlererweile 20 Jahren Kieselrot- und Dioxinsanierung verfügen wir über einen enorm großen Erfahrungsschatz  –  für unsere Kunden ein großer Vorteil.
Herr Dr. Dreschmann hat sowohl die die Kieselrotsanierungen in Marsberg geleitet, als auch die ca. 80 anderen Dioxinsanierungen.
Er wird somit als Experte bei der Bewertung von Gutachten und als Sachverständiger bei Gericht hinzugezogen.
Weiterhin referiert er seit Jahren bei Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema sowohl für Berufseinsteiger wie Sachverständige.  

 

Sprechen Sie uns an:

Email:     info@dtcom-consult.de

Telefon : +49 241 / 17 303 0

Handy:   0170 / 31 26 600

 

 

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